Rezension von Bert Wollersheim

www.berufswahlnavigator.de

 

Stafan Dassler:

"Die Online-Bewerbung"

Die klassische Bewerbung in Papierform wird zunehmend durch digitale Bewerbungsformen ersetzt. Es ist deshalb zwingend erforderlich, dass Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Berufswahlvorbereitung in der Schule mit Onlinebewerbungen ebenso vertraut gemacht werden, wie mit den althergebrachten Bewerbungsformen.

Stefan Dassler legt mit "Die Online-Bewerbung" ein Arbeitsbuch zur Behandlung der Thematik im Schulunterricht für 8. bis 10. Klassen vor. Der Autor behandelt in Unterrichtseinheiten mit praktischen Übungen alle typischen Stationen eines Bewerbungsprozesses. Er orientiert sich dabei an den gängigen Standards.

Ein durchaus nützliches Werk, wären da nicht die für die Einübung empfohlenen Verweise auf kommerzielle Webseiten. Bereits das Eingangsthema Onlinerecherche macht Misstrauisch. Dassler empfiehlt Schülerinnen und Schülern die Suche nach Bewerbungstipps und Ausbildungsstellen über Webkataloge als Vorteilhaft, weil er die dort angebotenen Links von Redakteuren auf Wichtigkeit überprüft glaubt.

Die Suche nach aktuellen Ausbildungsplätzen über Webkataloge ist nicht nur methodisch unklug.

Der Autor versäumt aufzudecken, dass ebenso wie bei den Suchmaschinen auch in Webkatalogen die ersten Plätze der Suchergebnisse käuflich sind, und nicht aufgrund inhaltlicher Qualitätsmaßstäbe belegt werden. Überhaupt scheint der Autor gegenüber Onlineangeboten zum Thema Bewerbung und Ausbildungssuche sehr unkritisch. So wird die Jobbörse der Agentur für Arbeit zwar erwähnt, deren gesamtes Potential aber nicht erfasst. Dassler verweist auf ausschließlich kommerziell ausgerichtete Webunternehmen als Informationsquellen für die Thematik Bewerbung und Ausbildungssuche, die das Thema aus eigennützigen Zwecken bedienen.

Auch diese Absichten werden im Buch nicht thematisiert. Die Jugendlichen werden kritiklos Anbietern überlassen, die über die Themen Ausbildung und Bewebung Besucher auf ihre Webseiten locken um ihre Werbekunden zu bedienen.

Schüler dürfen durchaus über diese Zusammenhänge informiert werden.

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