© Bert Wollersheim

Ausbildungsstelle gesucht _________________________________________________________________

SchülerInnen erstellen einen regionalen Ausbildungsatlas

 

Ziel der Berufswahlvorbereitung ist es u.a., die Schüler/innen mit dem regionalen Ausbildungsstellenangebot vertraut zu machen. Dazu gibt es diverse Medien mit regionalem Zuschnitt, die von vielen Schülern erfahrungsgemäß jedoch nur unzureichend oder gar nicht genutzt werden. Die hier vorgestellte Unterrichtssequenz zeigt beispielhaft, wie man die Schüler in recht aktiver und produktiver Weise in die Auseinandersetzung mit dem regionalen Ausbildungsstellenmarkt hineinführen kann.

Produktionsziel ist ein selbsterstellter Ausbildungsatlas.

Zu diesem Zweck bilden die SchülerInnen mehrere Arbeitsgruppen. Die Aufteilung dieser Arbeitsgruppen ist z.B. nach Berufsfeldern oder auch nach Teilregionen des Arbeitsamtsbezirkes möglich. Im Falle des hier vorgestellten Experimentes mit einer 8. Hauptschulklasse wurde auf Wunsch der SchülerInnen eine Aufteilung nach Berufsfeldern in Vierergruppen vorgenommen.

Jede Arbeitsgruppe erhält nach Klärung des Arbeitsauftrages eine größere Anzahl kopierter Regionalkarten des Arbeitsamtsbezirkes. Für jeden im Arbeitsamtsbezirk vorkommenden Ausbildungsberuf wird in den jeweiligen Arbeitsgruppen ein Kartenblatt angelegt,auf dem mit den zur Verfügung gestellten, selbstklebenden Markierungspunkten die jeweiligen Betriebsstandorte markiert werden. Vielfach gingen die Schüler von sich aus dazu über, die tatsächliche Anzahl der Betriebe an einem Standort in den Markierungspunkt einzutragen. Darüber hinaus kann auch die Größe des gewählten Markierungspunktes Auskunft über die Größenordnung der am Ort ansässigen Ausbildungsanbieter für den jeweiligen Ausbildungsberuf geben. Die selbstklebenden Markierungspunkte können auch verschiedenfarbig gewählt, und den Berufsfeldern Farben zugeordnet werden,um somit auch optisch einen zusätzlichen Effekt zur Übersichtlichkeit beizutragen.

Als weiteres Arbeitsmaterial benötigen die SchülerInnen Statistiken über die im Arbeitsamtsbezirk abgeschlossenen Ausbildungsverträge nach Ausbildungsberufen. Diese Statistiken sind bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes, oder bei der jeweiligen Indurstrie-und Handelskammer, bzw. Handwerkskammer erhältlich. Sie benötigen ferner einen Computerausdruck mit den im Arbeitsamtsbezirk vorhandenen potentiellen Ausbildungsbetrieben nach Berufen und Postleitzahlen geordnet.Dieser Computerausdruck ist ebenfalls bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes erhältlich. Zur Überprüfung des Datenmaterials können auch die von den Arbeitsämtern herausgegebenen regionalen Informationsschriften, oder inzwischen auch auf CD-Rom gespeicherte Daten über in der jeweiligen Region vertretenen Ausbildungsberufe herangezogen werden.

Das Arbeitstempo und die Intensität der Auseinandersetzung mit den zur Verfügung gestellten Informationsmaterialien bestimmen die SchülerInnen selbst. In der Erprobung reichten 4 Unterrichtsstunden im Block aus, weil die SchülerInnen die Pausen selbst bestimmten, meist aber ohne Pausen weiterarbeiteten.

Die Kartenblätter werden dann in einem Ordner zusammengefasst. Sie können alphabetisch abgelegt, oder aber nach Berufsfeldern geordnet innerhalb des zugehörigen Berufsfeldes nach Alphabet abgelegt werden. Es steht dann in jeder weiteren Phase der Berufsorientierung ein Überblick über die tatsächliche Verteilung der verschieden Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zur Verfügung. Insbesondere erhalten SchülerInnen einen optischen Eindruck über die Verteilung von Standorten ausbildender Betriebe in der Region. So stellten SchülerInnen z.B. fest, dass die bis dahin von ihnen heimlich favorisierten Ausbildungsberufe in der Region überhaupt nicht vertreten waren, oder aber Betriebsstandorte mit öffentlichen Verkehrsmitteln überhaupt nicht erreicht werden können.

Zusätzlich zur Erstellung der Kartenblätter für den Ausbildungsatlas kann anschließend als demonstrative Zusammenfassung eine große Wandkarte der Region mit den Gesamtergebnissen gestaltet werden, die dann im Klassenraum oder einer Pausenhalle ausgehängt wird.

Die Kartenübersichten des Ausbildungsatlas können dann um die konkreten Betriebsadressen erweitert werden. Dafür werden dem jeweiligen Kartenblatt Adress-Karteikarten beigefügt. Damit stehen zusätzlich zur Gesamtübersicht Adressen sowohl für das Betriebspraktikum, als auch für individuelle Betriebskontakte bis hin zu Bewerbungsadressen zur Verfügung.