Fachjournal |
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Bert Wollersheim Eindrücke von der Abgabe der Meisterstücke Berliner Meisterschüler 2006 Der kleine Parkplatz des Bildungs- und Technologiezentrums (BTZ) am Mehringdamm 14 füllt sich an diesem Novembermorgen schon um acht Uhr früh mit kleinen Lieferwagen. Manche tragen Firmennamen von Berliner Tischlereien; einige sind angemietet und werben für Sixt oder Europcar. Der Platz ist heute reserviert, für die Anlieferung der Meisterstücke von Berliner Meisterschülern im Tischlerhandwerk. Drinnen, im BTZ, weist Dozent Pinkpank die Plätze für die Präsentationen zu. Bis zwölf Uhr müssen die zwanzig Möbelstücke stehen, die von Berliner Meisterschülern entworfen und in den letzten Wochen und Monaten unter größten Anstrengungen angefertigt wurden. 8. November 2006: "Abgabe der Meisterstücke" so heißt es im Terminplan der Handwerkskammer Berlin. Eiskalter Wind bläst das Herbstlaub in den Raum, wenn die Türen geöffnet, und die kostbaren Stücke mit äußerster Sorgfalt an den Platz gebracht werden den Pinkpank zugewiesen hat. Manche Möbel sind in Einzelteile zerlegt und müssen vollständig aufgebaut werden. Einige Meisterschüler werden von Helfern in Firmenoveralls unterstützt. Andere liefern komplett montierte Stücke an, wie Johannes G. seinen Schreibtisch, oder Andre H. den "Pfeilerschrank" Auch das Sofa in Nussbaum von Tobias K. wird komplett angeliefert und braucht nur an seinem Platz abgestellt zu werden. Aikes Küchen-Bar ist auf dem mitgebrachten, dekorativen Teppich relativ schnell aufgebaut. Peer-Michael S. braucht da für sein Sideboard trotz Helfer schon etwas länger. |
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TV-Schrank Meisterstück |
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Siedebord Meisterstück von Peer-M. S. |
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Küchen-Bar Meisterstück von Aike W. |
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Dr. Schöfer nimmt die Kalkulationsunterlagen, Zeichnungen und eidesstattlichen Versicherungen von den Meisterschülern entgegen. Zwischenzeitlich schleicht er um die im Aufbau befindlichen Stücke wie eine Katze ums Mauseloch, verschafft sich einen ersten Eindruck und kritisiert nicht fachgerecht ausgeführte Verbindungen an der Dekoration am Nachbarstand. Auch die kritischen Augen von Joachim Peters, Mitglied des Prüfungsausschusses und Vorsitzender des "Fördervereins Aus- und Weiterbildung im Tischlerhandwerk" wandern durch den Ausstellungsraum und sammeln Eindrücke. Einige Schüler erfahren während des Aufbaus ihrer Präsentation, dass sie die Arbeitsprobe, die bereits im Mai das Äußerste abverlangt hatte, nicht bestanden haben.Aike W. erfährt nichts über das Ergebnis seiner Arbeitsprobe. Das heißt: bestanden. Die Anspannung bleibt; so, als käme dieses erfreuliche Ergebnis gar nicht bei ihm an. Die, die ihre Stücke fertig haben, schauen sich um. Kritisch, aber mit Respekt und Anerkennung begutachten sie die Arbeiten der Anderen. Spannung liegt in der Luft. Wie werden die Prüfer entscheiden? Es heißt, diejenigen, die nicht bestehen erhalten einen Anruf um ihre Stücke abzuholen. So löst von Mittwoch bis Freitag jedes Klingeln des Telefons einen Adrenalinstoß aus. Erst am Samstag, wenn das Zeugnis überreicht ist, wird die Anspannung allmählich weichen: Teil I -Prüfung der meisterhaften Verrichtung der im Tischler-Handwerk wesentlichen Tätigkeiten - bestanden! Meister wissen nicht nur wie´s geht, sie brauchen auch Nerven wie Drahtseile.
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