Fachjournal


   

Durchschnittsalter der Auszubildenden steigt

Indikator für den Mangel an Ausbildungsplätzen

Laut Berufsbildungsbericht der Bundesregierung stieg das Durchschnittsalter von Auszubildenden in dualer Berufsausbildung in den vergangenen Jahren stetig an.

Quelle: Berufsbildungsbericht 2008 / Grafik www.berufswahlnavigator.de

Für diese Entwicklung gibt es folgende Gründe: Betriebe stellen erhöhte Anforderungen

Ausbildungsbetriebe haben die Anforderungen bei der Auswahl von Bewerbern für die immer knapper gewordenen Ausbildungsplätze stetig erhöht. Schulabgänger reagieren darauf, in dem sie sich zum Schulabschluss an der allgemein bildenden Schule gar nicht erst um eine betriebliche Ausbildungsstelle bewerben.

Sie rechnen nicht mit einem Ausbildungsplatz im Anschluss an die allgemein bildende Schule. Sie besuchen stattdessen zunächst eine berufsbildende Schule, um dort berufliches Grundwissen zu erwerben, oder einen höherwertigen Bildungsabschluss nachzuholen. Erst danach bewerben sie sich um einen betrieblichen Ausbildungsplatz in der Hoffnung, mit der erworbenen Grundbildung bessere Aussichten auf einen Ausbildungsplatz zu haben.

Stetig wachsende Schülerzahlen an Berufsfachschulen

Die Statistik zeigt, dass die Zahl der Berufsfachschüler jährlich ansteigt. Allein von 2004 bis 2006 stieg die Zahl der SchülerInnen, die eine ein- oder zweijährige Berufsfachschule besuchen von 541.830 auf 566.219 an. Die BewerberInnen um betriebliche Ausbildungsplätze sind also aufgrund des vom Marktgeschehen induzierten, längeren Schulbesuches um ein bis zwei Jahre älter, wenn sie als Bewerber am Ausbildungsmarkt auftauchen.

Quelle: Berufsbildungsbericht 2008 Grafik: www.berufswahlnavigator.de

Marktbenachteiligte

Auch bildungspolitisch fragwürdige Maßnahmen die von der Bundesagentur für Arbeit für so genannte marktbenachteiligte Jugendliche -auch als berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bezeichnet- durchgeführt werden, oder die Einstiegsqualifizierung, schieben das Eintrittsalter zum Ausbildungsbeginn in der Regel um mindestens ein (weiteres) Jahr hinaus.

Dass Berufswähler oft sogar alle hier genannten Stationen, von der Berufsfachschule über die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen bis hin zur Einstiegsqualifizierung nacheinander durchlaufen, ist nach Erkenntnissen des Internetdienstes www.berufswahlnavigator.de keine Seltenheit. Aus dieser Entwicklung stammen die Altbewerber

Wachsende Zahl Altbewerber

Altbewerber sind Ausbildungssuchende junge Menschen, die sich bereits seit Jahren, vergeblich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Das Bundesinstitut für Berufsbildung schätzt die Zahl der Altbewerber um betriebliche Ausbildungsplätze für die kommenden Ausbildungsjahre auf mehr als 325.000. Das ist in der Hauptsache die Folge eines dramatischen Rückgangs an betrieblichen Ausbildungsangeboten seit 1985.

Altbewerber verfügen über gute Schulabschlüsse: 60,5 % der Altbewerber verfügen über den Realschulabschluss bzw. über höhere Abschlüsse. (Fachhochschulreife, Abitur) Weitere 34 % können einen Hauptschulabschluss vorweisen.

Der Anstieg des Durchschnittsalters ist nach Auffassung des Internetdienstes www.berufswahlnavigator.de ein eindeutiger Indikator für den Mangel an betrieblichen Ausbildungsangeboten in Deutschland.

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