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© Bert Wollersheim
Und wieder lügen die Experten Bundesinstitut für Berufsbildung manipuliert Ausbildungsmarktstatistik Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) veröffentlicht in seiner Statistik "Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Angebot und Nachfrage 1992 bis 2004" geschönte Zahlen zum Ausbildungsmarkt und kehrt 120.000 Bewerber einfach unter den Tisch. Für das Jahr 2004 veröffentlicht das Bundesinstitut für Berufsbildung die Zahl der Gesamtnachfrage nach betrieblichen Ausbildungsplätzen in Deutschland mit 617.556 Die Bildungsexperten ermitteln diese Zahl der Nachfrager seit Jahr und Tag nach der Milchmädchenrechnung: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge ( 572.980 ) plus noch nicht vermittelte Bewerber ( 44.576 ) und kommen so auf die Gesamtnachfrager von 617.556 Das sieht zwar gut aus, ist aber nur die halbe Wahrheit. Tatsächlich liegt die Zahl der Nachfrager um betriebliche Ausbildungsplätze um 120.709 Nachfrager höher, als das Bundesinstitut in seiner Statistik ausweist. Statistik der BA realistisch Die Zahl der Nachfrager nach betrieblichen Berufsausbildungsstellen ist in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) denn auch wesentlich höher, und liegt zum Ende des Berichtsjahres 2003/2004 bei 740.165 Bewerbern. *(2) Die Zahl ist annähernd realistisch, wie die nachfolgende Berechnung zeigt, doch passt sie offensichtlich nicht in die politische Landschaft. Um die Zahl der tatsächlichen Nachfrager zu ermitteln, ist es konsequent und ehrlich, diejenigen Bewerber und Bewerberinnen hinzuzurechnen, die mit ihren Bewerbungen erfolglos blieben und in eine berufsvorbereitende Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit eingemündet sind. Das sind immerhin 120.709 Bewerberinnen und Bewerber von den insgesamt bei der BA gemeldeten 740.165 Nachfragern nach Berufsausbildungsstellen. *(1) Diese 120.709 nicht erfolgreichen Bewerber und Bewerberinnen müssen zu den 572.980 realisierten Ausbildungsverträgen, und den in der BA Statistik als "…noch nicht vermittelten Bewerbern…" in der Größenordnung von 44.576 *(4) Hinzugerechnet werden. Nur so entsteht mit 738.265 Gesamtnachfragern ein realistisches Bild über die Situation auf dem Ausbildungsmarkt. BIBB nicht ahnungslos Dabei sind die Bildungsexperten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) durchaus nicht ahnungslos. Bereits anlässlich der Fachtagung "Zukunft der Berufsausbildung in Deutschland-Empirische Untersuchungen und Schlussfolgerungen" am 4. und 5. November 2003 in Bonn wies Harald Brandes vom BIBB in seinem Beitrag: "Ausbildungsneigung von Jugendlichen" selbst auf die rund 136.000 Teilnehmer hin, die allein im Jahre 2002 in berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit einmündeten. *(5) Allerdings legt auch Brandes eine falsche Fährte. Er stützt seine Ausführungen zur scheinbar abnehmenden Ausbildungsneigung von Jugendlichen auf die vom BIBB seit 1999 veröffentlichten, rückläufigen Zahlen zur Gesamtnachfrage Jugendlicher nach Berufsausbildungsstellen, und begründet seine Spekulation allein mit einem Anstieg der Zahl der Studienanfänger in Deutschland seit 1998/99. Dabei wird unterschlagen, dass bei der vom BIBB ermittelten Größe der Gesamtnachfrager (siehe oben) eine jährlich anwachsende Zahl von nachfragenden Jugendlichen in berufsvorbereitende Maßnahmen der Arbeitsverwaltung einmünden. Obwohl dem BIBB die Nachfragegröße "Einmündung in berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen" bekannt ist,wird sie einfach ignoriert und statistisch vom Markt genommen. *(5) Quelle und Grafik: H. Brandes, Bundesinstitut für Berufsbildung: "Ausbildungsneigung von Jugendlichen"; http://www.bibb.de/de/7206.htm http://www.bibb.de/dokumente/pdf/a21_ft-zukunf-berufsausbildung_brandes.pdf
Datenquellen: *(1) Statistik der Bundesagentur für Arbeit:" Eintritte, Austritte und Bestand an Teilnehmern in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen…"; Berichtsmonat Oktober 2004 *(2) Statistik der Bundesagentur für Arbeit: "Bei den Agenturen für Arbeit gemeldete Berufsausbildungsstellen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen im Laufe des Berichtsmonats bzw. seit Beginn des Berichtsjahres"; Berichtsjahr 1999/2000 bis 2003/2004) *(3) Das Bundesinstitut für Berufsbildung: Statistik "Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Angebot und Nachfrage 1992 bis 2004" *(4) Statistik der BA:"Bestand an unbesetzten Berufsausbildungsstellen und noch nicht vermittelten Bewerbern für Berufsausbildungsstellen… Grafik: www.berufswahlnavigator.de
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